Auf Lehrstellensuche – wie kann ich konkret unterstützen?

Wenn die Jugendlichen an einem Berufserkundungstag gefragt werden, welche Eigenschaften Arbeitgebern wichtig sind, dann sprudeln die richtigen Adjektive wie auf Knopfdruck: zuverlässig, motiviert, respektvoll, teamfähig, pünktlich, usw. Wir hier, die mit diesen Eigenschaften aufgewachsen sind, wissen ziemlich genau, was gemeint ist. Fragen wir bei den Jugendlichen vor allem aus anderen Kulturen nach, dann merken wir bald, dass sie zwar (über)pünktlich sind, im Bestreben alles richtig zu machen, aber nicht wirklich wissen, weshalb Pünktlichkeit einen derart hohen Stellenwert in der Schweiz hat. Wie erklären? Gute Frage.

Antworten dazu und zu mehr erhielten wir im ROBIJ Workshop ‘DO’S AN DON’TS’ mit Marianne Hopsch am letzten Dienstag, 3. Februar 2026, zu welchem Caritas Zürich eingeladen hatte.

Handwerkliche Berufe mit rückläufigen Lehrverträgen sind derer viele. In einem Zeitraum von 10 Jahren (2013–2023) beispielsweise nahmen die Lehrverträge für Gipser/in Trockenbauer/in EFZ um 78%, Metallbaupraktiker/in EBA um 51% oder etwa Restaurantfachmann/-frau EFZ um 19% ab (Quelle: Bildungsstatistik Kanton Zürich). Diese Zahlen sind nach wie vor erschreckend, aber nichts Neues.

Betriebe suchen Lehrlinge und unsere Jugendlichen, Flüchtende aus verschiedenen Kulturen, suchen eine Ausbildung. Nun gilt es, die beiden zusammenzubringen. Und hier setzt der ROBIJ Workshop an: Welche Unterstützung brauchen die Jugendlichen, um eine geeignete Lehrstelle zu finden? Die Suche beginnt mit der Bewerbung und dabei kann ihnen ganz konkret Hilfestellung gegeben werden.

Was erwartet ein Betrieb und was will er sicher nicht? Wie bereite ich mich vor? Welche Foto passt? Was erwähne ich in meinem CV? Welche Fragen kann ich bei einem Vorstellungsgespräch stellen? Was ziehe ich an oder eben sicher nicht? Und was ist die ‘extra mile’ bei einer Bewerbung? Diese Fragen wurden praxisnah diskutiert und mit praxistauglichen Tipps von Marianne Hopsch, selber Unternehmerin, angereichert.

 

Kurzum: Ein einstündiger Workshop (mit anschliessendem ebenso langem und spannendem Austausch –  absolut lohnenswert.

 

von Heidi Studer Brodmann

 

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