ROBIJ goes international

Die eindrücklichen Ergebnisse der Arbeit von ROBIJ für die berufliche Integration jugendlicher Geflüchteter zieht immer weitere Kreise – auch Rotary International ist auf unsere Aktivitäten aufmerksam geworden und hat kürzlich einen umfangreichen Artikel auf der Rotary International Website über ROBIJ veröffentlicht – und das noch dazu in 9 unterschiedlichen Sprachen (Englisch, Französisch, Italienisch, Deutsch, Spanisch, Portugiesisch, Japanisch, Koreanisch und Chinesisch)! 

https://www.rotary.org/de/swiss-rotary-clubs-help-young-refugees-start-new-lives

Viel Spass beim Lesen und der Link darf gerne auch geteilt werden :-)!

Endlich geschafft!!! Die ROBIJ-Lehrfilme sind online!

Trotz aller widrigen Umstände aufgrund der Corona-Pandemie hat es das engagierte Filmteam mit grossartiger Unterstützung unserer Partner-Unternehmen geschafft die 8 ROBIJ-Lehrfilme fertigzustellen. Die Inhalte, die in den je gut 1 Minute dauernden Filmen thematisiert werden, sind nach intensiven Gesprächen mit den Ausbildungsbetrieben entstanden anhand von Fragestellungen von „was klappt meistens noch nicht wie erwartet zu Beginn der (Schnupper-)lehre?“, „wo braucht es mehr Vorbereitung durch die Jugendlichen vor der (Schnupper-)lehre?“, etc..
Daraus entstanden die folgenden 8 Filme, die nun online auf dem ROBIJ-YouTube-Kanal verfügbar sind, und ganz ohne Sprache auskommen, um unabhängig der Herkunft der Jugendlichen „verständlich“ sind:
 
 
Die ersten Rückmeldungen von Lehrpersonen zu den Filmen sind ausgesprochen positiv – auffallend ist die übereinstimmende Meinung, dass diese Lehrfilme nicht nur für jugendliche Geflüchtete relevant sind, sondern ein ebenso wertvolles Lehrmaterial für alle Jugendlichen auf Lehrstellensuche ist!
 
Dieses Feedback freut uns natürlich riesig und an dieser Stelle auch ein herzliches Dankeschön an den RC Zürich-Bellerive für die grosszügige finanzielle Unterstützung bei der Erstellung der Filme.
 
Und nun viel Spass beim Ansehen der Filme!

„Jetzt wird’s bunt“ für Mahdi aus Somalia

„ÜK“ mag so manchem Lehrling eine schlaflose Nacht bereiten, steht es doch für Test’s und Prüfungen absolvieren. Nicht so für Mahdi.
Eifrig und selbstsicher fährt er mit der Malerrolle über die Wand und hat in Sekundenschnelle die Vliestapete auf der Wand in Position gebracht. Gekonnt zieht er den Cutter entlang der Wandkante und entfernt schon wie ein Profi die überstehende Tapete. Dabei hat Mahdi erst im August 2020 seine EBA Ausbildung gestartet. Zusammen mit seiner Lehrmeisterin Frau Beck dürfen wir ihn beim ÜK, dem überbetrieblichen Kurs des Schweizerischen Maler- und Gipserunternehmer-Verbands in Wallisellen besuchen. An den prüfenden und strengen Blick seiner Lehrmeisterin hat er sich schon längst gewohnt. Er weiss diesen sehr zu schätzen. Mahdi, welcher 2017 aus seinem Heimatland Somalia floh, wünscht sich nichts sehnlicher als eine solide Berufsausbildung und später als Maler seinen Mann stehen zu dürfen. Bis er dann einmal stolz den EFZ-Abschluss in der Hand halten wird, ist schon noch eine Weile hin. Laut seiner Lehrmeisterin und dem Ausbilder vom ÜK in Wallisellen ist Mahdi aber auf dem besten Wege dorthin.
 
 

Filmprojekt „ROBIJ“ – beim 2. Anlauf hat es geklappt!

Im März konnten wir die Dreharbeiten an den 8 Filmsequenzen fortsetzen und erfolgreich abschliessen. Diese Filmsequenzen stehen als Lehrmaterial für Jugendliche zur Vorbereitung auf die Schnupperlehre zur freien Verfügung. Sie sind in ihrer Art einzigartig, da sie ganz ohne Sprache auskommen und somit besonders für all jene Jugendlichen geeignet sind, deren Sprachkenntnisse noch nicht ausreichend vorhanden sind. Das Filmteam der Kommunikationsagentur STUIQ (Rot. Sandro Walder vom RC Zürich-Zürichberg) hat ganze Arbeit geleistet. Alles lief reibungslos und der Dreh genau nach Zeitplan. Dies war auch dem hervorragenden Drehbedingungen bei der Firma Scherrer Metec AG (Rot. Beat Scherrer vom RC Zürich Sihltal) geschuldet. Wir fanden dort optimale Bedingungen vor: eine paradiesische Auswahl an Drehorten und Mitarbeiter, die uns sehr hilfreich zur Seite standen. Allen Mitarbeitern und der Geschäftsleitung ein ganz herzliches Dankeschön! 
In den nächsten Wochen werden die gedrehten Filmszenen aufgearbeitet und mit Animationen versehen. Ende April starten wir mit dem Testlauf und gehen davon aus, im Mai das Filmprojekt abschliessen zu können.
 

Rückblick Berufserkundungstag – Druckerei Robert Hürlimann AG

Im Januar 2019 gewährte Robert Hürlimann vom Rotary Club Zürich Turicum vier Jugendlichen Einblick in seinen traditionsreichen Familienbetrieb im Herzen des Niederdorfs in Zürich. Nicht nur, dass die Jugendlichen das Innere einer Druckerei einmal live miterleben und den Beruf des Printmedienverarbeiters kennenlernen konnten, sie waren auch massgeblich bei der Entstehung eines Notizblocks beteiligt, der ihren eigenen Namen trug. Die Mitarbeiter der Druckerei hatten sich viel Mühe gegeben, um ihr Handwerk so anschaulich wie nur möglich vorzustellen. Der Notizblock mit den eigenen Namen war schon etwas ganz Besonderes, aber die grösste Freude bereitete den vier Jugendlichen am Ende des Berufserkundungstages dann die kleine Maschine, mit der man statt Visitenkarten tatsächlich auch sein eigenes Handy verpacken konnte.
Hatten die Jugendlichen dazumal noch eine Riesenfreude, ihre Handys zusammen binden zu lassen, so hat für sie schon längst der Ernst des Berufslebens begonnen. Alle 4 Jugendliche sind seit 2019 und 2020 in der Lehre (Montageelektriker EFZ, Automatikmonteur EFZ, Coiffeur EBA und Strassentransportfachmann EFZ). Für den Beruf des Printmedienverarbeiter hat sich zwar keiner von ihnen entschieden, aber so einen intensiven Einblick in eine Firma zu bekommen, war für die vier Jugendlichen damals im Berufsfindungsprozess ein echtes Highlight.
 
Weitere Impressionen vom Berufserkundungstag in der Druckerei Robert Hürlimann AG:
 

Rotary Distrikt 2000 „featuring“ ROBIJ :-)

Im aktuellen Newsletter von Governor Reto F. Fritz aus dem Rotary Distrikt 2000 wird der Arbeit von ROBIJ ein ganzer Artikel gewidmet – hier nachzulesen: https://www.rotary2000.ch/de/activities/letters/2753/robij-gibt-jungen-fluechtlingen-eine-chance.

Des weiteren hat der Rotary Distrikt 2000 eine leicht gekürzte Version des „ROBIJ-Films“ auf dem YouTube-Channel des Distrikts aufgeschaltet: https://www.youtube.com/watch?v=uNoMYb7I2Uk&feature=emb_logo

Wir freuen uns über diese Unterstützung ROBIJ im ganzen Rotary Distrikt – und natürlich auch darüber hinaus – bekannt zu machen!

 

 

INVOL – Eine Abkürzung, die zu beleuchten sich lohnt!

Wer sich Informationen über die 2018 vom Bund lancierte Integrationsvorlehre (INVOL) verschaffen möchte, dem sei der Artikel von Melanie Keim in der NZZ vom 25.11.20 wärmstens empfohlen. Integration ist ein Wort welches Flüchtlinge, die in die Schweiz kommen meist nicht verstehen. Wie erklärt man das? Die Schweizer Kultur kennenlernen. Sich einfügen. Mitmachen. Oder Anpassen? Gar nicht so einfach Integration zu beschreiben. Die Integrationsvorlehre ist jedenfalls ein wertvolles Brückenangebot für Flüchtlinge, wenn es um den Start in eine Ausbildung geht. Melanie Keim beleuchtet anschaulich wichtige Punkte und lässt sowohl Ausbilder, Lehrerinnen und die Jugendlichen selbst zu Wort kommen. Sehr lesenswert!  

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Dreharbeiten zum ROBIJ Film gestartet!

Beim Vermitteln von Schnupperplätzen passiert es immer wieder, dass den Jugendlichen noch nicht ausreichend bewusst ist, auf was es beim Schnuppern so alles ankommt. Themen wie Pünktlichkeit, Motivation, Fragen stellen, das richtige Outfit spielen immer wieder eine grosse Rolle. ROBIJ hat die Rückmeldungen der Firmen, wo die Jugendlichen in den verschiedenen Berufen schnuppern durften, gesammelt und zusammen mit der Kommunikationsagentur STUIQ ein Drehbuch für einen Film entworfen, welcher als Lehrmaterial für Pädagogen und als Informationsmaterial für die Jugendlichen zur freien Verfügung stehen wird.

Ursprünglich angedacht als Trickfilm hat sich besagtes Informationsmaterial in der Zwischenzeit zu mehreren, nach Themen gegliederten real gedrehten Filmtrailern entwickelt. Die Entscheidung nicht nur einen einzigen Handlungsstrang, sondern mehrere eigenständige Geschichten zu erzählen, ermöglichte plötzlich auch das Thema Gender korrekt anzugehen. So gibt es neu statt nur einen Protagonisten, jetzt sowohl einen männlichen, als auch eine weibliche Hauptdarstellerin. Ein Anliegen, welches nach Rücksprache mit verschiedenen Pädagogen und Betreuerinnen immer wieder thematisiert wurde. 

Unser Hauptdarsteller Robi und unsere Hauptdarstellerin Romy konnten ihr schauspielerisches Talent am 9. November erstmals unter Beweis stellen. Da begannen nämlich die Dreharbeiten zu den Themenblöcken „Pünktlichkeit“ und „das richtige Outfit“. Anbei einige Schnappschüsse. Wir sehen unseren Robi wie er entspannt morgens im Bett liegen bleiben möchte und sich dann doch pünktlich auf den Weg macht. Romy, wie sie schon vor dem Schnuppertag den Weg erkundet, und das engagierte Filmteam in Coronazeiten bei den Dreharbeiten. Für das Drehen weiterer Szenen braucht es jetzt allerdings noch ein wenig Geduld. Sobald die Corona Fallzahlen es möglich machen, dass auch wieder Szenen mit mehreren Personen gedreht werden können, gehen die Dreharbeiten weiter.  

Wir dürfen gespannt sein! 

Integration at its best!

Eid, ein sympathischer junger Mann aus Afghanistan hat es mit nur dreieinhalb Jahren Aufenthalt in der Schweiz geschafft, eine EFZ-Lehre als Netzelektriker zu starten. Dabei musste er sich Anfang 2016  von den anderen Schülern noch auslachen lassen als er seinen Namen an die Tafel schreiben sollte. Als er dann knapp 2 Jahre später die vorläufige Aufenthaltsbewilligung erhielt, stand es um seine Deutsch -und Schreibkenntnisse schon richtig gut und auch die Integration war via Fussballclub und Schweizer Freunden bereits im vollen Gange. 
Im Januar 2019 nahm Eid für die berufliche Orientierung am ROBIJ Berufserkundungstag bei der Firma Scherrer Metec Ag teil. Im folgenden Film kommt er zu Wort:   www.vimeo.com/446183319
Wie verrückt schrieb Eid im Berufsschuljahr Bewerbungen (ca. 8 Bewerbungen pro Woche) und konnte sage und schreibe bei 25 Firmen schnuppern gehen. Zu guter Letzt war es an ihm, den Lehrbetrieb aussuchen zu können. Einem grossen bekannten Lehrbetrieb im Elektrobereich gab er einen Korb, weil ihm die Mitarbeiter während den Schnuppertagen nicht so freundlich gesonnen war. Entschieden hat er sich stattdessen für die Energie Freiamt AG. „Die waren beim Schnuppern sehr nett und freundlich zu mir.“
Momentan lernt Eid im 2. Lehrjahr. Aufgrund seines sehr guten Notendurchschnitt von 5.5 kommt er ab diesem Lehrjahr in den Genuss von 20% mehr Lehrlingslohn. Ein Kollege gab ihm den Tipp, sich für ein Stipendium zu bewerben. Das bekommt er in wenigen Wochen. Ab Januar 2021 wird Eid auf eigenen Beinen stehen und keine Sozialleistung mehr in Anspruch nehmen müssen. Seinem Traumberuf einmal Polizist zu werden ist er schon ein gutes Stück näher gekommen.  
 

BET im Restaurant Hirschen Oberstammheim – Die Anfahrt aus Zürich hat sich gelohnt!

Was genau macht ein Koch neben dem Kochen eigentlich noch so alles? Und die Arbeit im Service beinhaltet ausser dem Aufnehmen einer Bestellung, dem Servieren und Kassieren auch noch mehr? Sieben Jugendliche, die sich diese Frage vielleicht so noch gar nicht gestellt haben, bekamen im Februar bei Familie Schumacher im Hirschen Stammheim in Oberstammheim Einblick in die Berufe Köchin und Restaurationsfachmann. 
Als besonders klug und vorausschauend erwies sich der von Petra und Mirco Schumacher gewählte Ablauf dieses Berufserkundungstages. Nach einer kurzen Einführung übergaben sie das Zepter an die Lehrlinge in ihrem Haus. Da sich Lehrlinge und unsere Jugendlichen in fast gleichem Alter befanden, war das Eis schnell gebrochen und der Wissenstransfer konnte fliessen. Man spürte, wie die jugendlichen Flüchtlinge von dem vielen Wissen, welches die gleichaltrigen Lehrlinge sich bereits haben aneignen können, sichtlich beeindruckt waren. 
Zusammen mit dem charmanten Kochlehrling bereiteten sie ein kleine Mahlzeit vor und lernten bei der sympathischen jungen Dame im Service, dass auch das Mixen eines Cocktails zur Ausbildung als Restaurationsfachfrau gehört.
Gestärkt vom selbst gekochten Essen und selbst gemixten Cocktail ging es zurück nach Zürich. Einige der jungen Männer verband der grosse Wunsch, hoffentlich schon bald einmal für eine ganze Woche in einem Gastronomiebetrieb  schnuppern gehen zu dürfen.