ROBIJ als „Role Model“

Die erfolgreiche Arbeit von ROBIJ gemeinsam mit engagierten Unternehmen jugendlichen Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt eine Chance zu geben, ist mittlerweile bei Rotary über die Schweizer Grenzen hinaus bekannt. 

Nun hat sogar das Magazin Rotary International in seiner jüngsten Ausgabe die berührende Geschichte eines jugendlichen Geflüchteten aufgenommen, über die wir hier im Blog im Sommer berichtet hatten.  Rotary International weist auf die wegweisende Art und Weise hin, mit der ROBIJ versucht diesen jungen Menschen eine nachhaltige Perspektive zu geben.

Vielleicht gibt es ja schon bald „ROBIJ-Nachahmer“ durch Rotarier*innen in anderen Ländern? Das wäre grossartig :-)! 

50 Jugendlichen mit Migrationshintergrund in nur wenigen Stunden den Beruf Schreiner/in näher bringen? Die Hunziker AG in Thalwil kann das!

Am 08. Dezember 2021 gab Rot. Thomas Hunziker in seiner Firma Hunziker AG Thalwil jungen Geflüchteten aus Ländern wie Syrien, Afghanistan oder Eritrea die einmalige Gelegenheit, tief in die Materie des Schreinerberufs eintauchen zu können. An 9 Schnupperstationen lernten die Jugendlichen verschiedenste Maschinen kennen. Fräsen, bohren, nageln – selbst an der CNC Machine einen eigenen Text verfassen und diesen dann im Holz zu verewigen war möglich. Nebenbei gab es nützliche Tipps und Informationen rund um den Berufsgang Schreiner/in. 
Den Jugendlichen aus über 15 Nationen stand der Wissensdurst und die Neugierde buchstäblich ins Gesicht geschrieben. 
Schon seit Längerem suchten  wir nach einem geeigneten Betrieb im Kanton Zürich, da das Berufsbild Schreiner/in bei vielen jugendlichen Geflüchteten, die einen handwerklichen Lehrberuf anstreben, hoch im Kurs steht. Dank Rot. Thomas Hunziker war dies nun endlich möglich.
 
Erfüllt von so vielseitigen Eindrücken und mit einem selbst gefertigten Schneidebrett unterm Arm brachen die Jugendlichen am Nachmittag wieder zur Heimreise verstreut in alle Richtungen im Kanton Zürich auf. 
 
Ein herzliches Dankeschön an die Firma Hunziker Thalwil und ihre grossartigen Mitarbeiter:innen!

Gleich 4 auf einen Schlag!

Unter mancher Berufsbezeichnung kann man sich nicht gleich etwas vorstellen. Welche Art Tätigkeit verbirgt sich genau dahinter? Wenn man dann auch erst kürzlich in die Schweiz gekommen ist und eine Schweizer Firma noch nie von innen gesehen hat, wird es schwierig mit der Vorstellungskraft.
 
Wie gut gibt es Firmen wie die Eberhard AG, die im Bereich Berufsausbildung viel für Jugendliche anbieten. Im September öffnete die Firma an einem Samstag die Türen für die Bevölkerung, im Besonderen für Jugendliche im Berufsfindungsprozess sowie für ihre Eltern, um Mitarbeiter:innen bei der Arbeit, über die Schulter schauen zu können.
 
Auch ROBIJ gewährten sie solch einen vertieften Einblick. So konnten am Dienstag den 26. Oktober 21 siebzehn jugendliche Geflüchtete, gleich vier verschiedene Berufsbilder kennenlernen. 
  • Strassenbauer/in
  • Logistiker/in
  • Baumaschinenmechaniker/in
  • Strassentransportfachmann/frau
 
Die meisten Jugendlichen kamen als MNA (minderjährige nicht begleitete Asylsuchende) in die Schweiz, also allein ohne Familie.  
 
Hautnah durften sie in die vier Berufe eintauchen. Die Lehrlinge der Eberhard AG stellten den Geflüchteten an 4 Schnupperstationen ihren Lehrberuf anhand Beispielen aus ihrem Arbeitsalltag vor.  
 
So lernte man Luftdruck messen an einem LKW-Reifen, im Akkord Pflastersteine verlegen, schweissen, mit einem Palettenheber mit und ohne Gewicht Slalom fahren oder Pakete platzsparend in einem Behälter zu versorgen.
 
Besonders eindrücklich war die Luftfahrt durch meterhohe Lagertürme mit dem Lageristen auf seiner Plattform.
Gleich 4 Berufe an einem Tag vor Ort in einem Ausbildungsbetrieb kennenzulernen, eignet sich besonders für Jugendliche, die noch in der Berufsorientierungsphase stehen. Sie können verschiedene Arbeiten anschauen und manche auch gleich ausprobieren. Der Austausch mit den fast gleichaltrigen Lehrlingen der Firma war besonders wertvoll.
 
Zufrieden, so viel Neues gelernt haben zu dürfen und mit einer Eberhard Tasche voll mit Informationsmaterial in der Hand ging es von der Eberhard AG durch den herbstlichen Wald zum Bahnhof Oberglatt, von wo aus die Jugendlichen in alle Richtungen im Kanton Zürich ihre Rückreise antraten.

Recyclist/in – ein Berufsbild auf dem Vormarsch!

Erst einmal bedurfte es für alle fünf Jugendlichen Sicherheitsschuhe – ohne Sicherheitsschuhe kein Berufserkundungstag! 
Die Schuhe waren schnell organisiert und so stand unserem ersten, nach der Pandemie wieder stattfindenden Berufserkundungstag am 27. September nichts mehr im Weg. Möglich gemacht hat diesen Tag CEO Judith Maag, Chefin von 60 Mitarbeiter:innen der MAAG Recycling AG in Winterthur.
Nach einer kurzen Vorstellungsrunde und Präsentation der Firma durch Judith Maag wurden zusammen mit den Lehrlingen der Firma die fünf Schnupperposten bezogen: Pappe / Karton, Metall, Werkstatt und Kundenannahme. Die jugendlichen Teilnehmer durchliefen jede Station für je eine Stunde und bekamen somit einen intensiven Einblick in die vielfältigen Tätigkeitsbereiche des Berufsbilds Recyclist/in.
Die fünf Jugendlichen schätzten ganz besonders den Austausch mit den Lehrlingen der MAAG Recycling. Sei es an den einzelnen Schnupperstationen oder beim gemeinsamen Mittagessen – einen gleichaltrigen Jugendlichen traut man sich eher etwas zu fragen, wenn man mit seinen Deutschkenntnissen noch am Anfang steht. 
 
 
Die Sonne wachte konstant den ganzen Tag über unserem Berufserkundungstag und wärmte am Ende nicht nur die Jugendlichen und Lehrlinge an den Schnupperstationen, sondern auch uns Unternehmer und Rotarierinnen, die dem emsigen Wissensaustausch der Jugendlichen einen Tag lang zuschauen durften.  
 
Ein herzliches Dankeschön allen Mitarbeiter:innen der MAAG Recycling und ihrer sympathischen Chefin Judith Maag!
 

ROBIJ goes international

Die eindrücklichen Ergebnisse der Arbeit von ROBIJ für die berufliche Integration jugendlicher Geflüchteter zieht immer weitere Kreise – auch Rotary International ist auf unsere Aktivitäten aufmerksam geworden und hat kürzlich einen umfangreichen Artikel auf der Rotary International Website über ROBIJ veröffentlicht – und das noch dazu in 9 unterschiedlichen Sprachen (Englisch, Französisch, Italienisch, Deutsch, Spanisch, Portugiesisch, Japanisch, Koreanisch und Chinesisch)! 

https://www.rotary.org/de/swiss-rotary-clubs-help-young-refugees-start-new-lives

Viel Spass beim Lesen und der Link darf gerne auch geteilt werden :-)!

Endlich geschafft!!! Die ROBIJ-Lehrfilme sind online!

Trotz aller widrigen Umstände aufgrund der Corona-Pandemie hat es das engagierte Filmteam mit grossartiger Unterstützung unserer Partner-Unternehmen geschafft die 8 ROBIJ-Lehrfilme fertigzustellen. Die Inhalte, die in den je gut 1 Minute dauernden Filmen thematisiert werden, sind nach intensiven Gesprächen mit den Ausbildungsbetrieben entstanden anhand von Fragestellungen von „was klappt meistens noch nicht wie erwartet zu Beginn der (Schnupper-)lehre?“, „wo braucht es mehr Vorbereitung durch die Jugendlichen vor der (Schnupper-)lehre?“, etc..
Daraus entstanden die folgenden 8 Filme, die nun online auf dem ROBIJ-YouTube-Kanal verfügbar sind, und ganz ohne Sprache auskommen, um unabhängig der Herkunft der Jugendlichen „verständlich“ sind:
 
 
Die ersten Rückmeldungen von Lehrpersonen zu den Filmen sind ausgesprochen positiv – auffallend ist die übereinstimmende Meinung, dass diese Lehrfilme nicht nur für jugendliche Geflüchtete relevant sind, sondern ein ebenso wertvolles Lehrmaterial für alle Jugendlichen auf Lehrstellensuche ist!
 
Dieses Feedback freut uns natürlich riesig und an dieser Stelle auch ein herzliches Dankeschön an den RC Zürich-Bellerive für die grosszügige finanzielle Unterstützung bei der Erstellung der Filme.
 
Und nun viel Spass beim Ansehen der Filme!

„Jetzt wird’s bunt“!

„ÜK“ mag so manchem Lehrling eine schlaflose Nacht bereiten, steht es doch für Test’s und Prüfungen absolvieren. Nicht so für M. – einen unserer geflüchteten Jugendlichen.
Eifrig und selbstsicher fährt er mit der Malerrolle über die Wand und hat in Sekundenschnelle die Vliestapete auf der Wand in Position gebracht. Gekonnt zieht er den Cutter entlang der Wandkante und entfernt schon wie ein Profi die überstehende Tapete. Dabei hat M. erst im August 2020 seine EBA Ausbildung gestartet. Zusammen mit seiner Lehrmeisterin Frau Beck dürfen wir ihn beim ÜK, dem überbetrieblichen Kurs des Schweizerischen Maler- und Gipserunternehmer-Verbands in Wallisellen besuchen. An den prüfenden und strengen Blick seiner Lehrmeisterin hat er sich schon längst gewohnt. Er weiss diesen sehr zu schätzen. M., welcher 2017 aus seinem Heimatland in Ostafrika floh, wünscht sich nichts sehnlicher als eine solide Berufsausbildung und später als Maler seinen Mann stehen zu dürfen. Bis er dann einmal stolz den EFZ-Abschluss in der Hand halten wird, ist schon noch eine Weile hin. Laut seiner Lehrmeisterin und dem Ausbilder vom ÜK in Wallisellen ist M. aber auf dem besten Wege dorthin.
 
 

Filmprojekt „ROBIJ“ – beim 2. Anlauf hat es geklappt!

Im März konnten wir die Dreharbeiten an den 8 Filmsequenzen fortsetzen und erfolgreich abschliessen. Diese Filmsequenzen stehen als Lehrmaterial für Jugendliche zur Vorbereitung auf die Schnupperlehre zur freien Verfügung. Sie sind in ihrer Art einzigartig, da sie ganz ohne Sprache auskommen und somit besonders für all jene Jugendlichen geeignet sind, deren Sprachkenntnisse noch nicht ausreichend vorhanden sind. Das Filmteam der Kommunikationsagentur STUIQ (Rot. Sandro Walder vom RC Zürich-Zürichberg) hat ganze Arbeit geleistet. Alles lief reibungslos und der Dreh genau nach Zeitplan. Dies war auch dem hervorragenden Drehbedingungen bei der Firma Scherrer Metec AG (Rot. Beat Scherrer vom RC Zürich Sihltal) geschuldet. Wir fanden dort optimale Bedingungen vor: eine paradiesische Auswahl an Drehorten und Mitarbeiter, die uns sehr hilfreich zur Seite standen. Allen Mitarbeitern und der Geschäftsleitung ein ganz herzliches Dankeschön! 
In den nächsten Wochen werden die gedrehten Filmszenen aufgearbeitet und mit Animationen versehen. Ende April starten wir mit dem Testlauf und gehen davon aus, im Mai das Filmprojekt abschliessen zu können.
 

Rotary Distrikt 2000 „featuring“ ROBIJ :-)

Im aktuellen Newsletter von Governor Reto F. Fritz aus dem Rotary Distrikt 2000 wird der Arbeit von ROBIJ ein ganzer Artikel gewidmet – hier nachzulesen: https://www.rotary2000.ch/de/activities/letters/2753/robij-gibt-jungen-fluechtlingen-eine-chance.

Des weiteren hat der Rotary Distrikt 2000 eine leicht gekürzte Version des „ROBIJ-Films“ auf dem YouTube-Channel des Distrikts aufgeschaltet: https://www.youtube.com/watch?v=uNoMYb7I2Uk&feature=emb_logo

Wir freuen uns über diese Unterstützung ROBIJ im ganzen Rotary Distrikt – und natürlich auch darüber hinaus – bekannt zu machen!